Hallo ihr Lieben
Ratta ratta, wir sitzen im Zug richtung Kueste in einem Abteil erster Klasse, was heisst dass wir viel Platz su zweit in einem eigenen Schlafabteil haben.
Abends. Eine atemberaubende Flaeche unendlich scheinender Landschaft gleitet fast taghell, nur durch den Mond beschienen durch die Nacht. Man erkennt deutlich die Schirmarkazien und Huegel, Buesche und Felder. Ab und zu taucht ein einsames Haus auf. Wir halten an einer verlassenen Bahnstation mitten im Nichts: KIU sagt das Schild. Wo bitte?, frage ich Jonas.
Wir fahren weiter und an uns zischt die Nacht, der warme Fahrtwind und ein vereinzelt aus der Steppe hervordringender muuuUUZUUUunguuuuu-Ruf vorbei.
Beim Abendessen kommt kolonialer Flair auf, als wir mit klingelndem Gloeckchen zu Tisch gebeten werden, wo schwarz-weiss bekleidete Bedienung in berueschten Schuerzen gekonnt Tee in das alte originale Tafelsilber giesst.
Gluecklich liege ich in dem inzwischen gemachten Bett und lasse mich rythmisch in den Schlaf ruckeln.
Die frische Fahrtluft eines neu angekuendigten Tages umspielt meine Haare waehrend ich aus dem Fenster lehne, eingekuschelt in Decken. Es ist Kuehl. Wie ein Scherenschnitt, in purem Kontrast stehen baobab-Baeume dunkel und selbstsicher gegen lila-blutrot getraenkte Wolken, Vorfreude verheissende Boten, am Horizont. Die Landschaft ist unendlich weit, der Horizont schier unermesslich lang, man hat den Eindruck als wuerde dem Firmament mehr Platz geboten sich frei zu entfalten.
Warm liebkost ploetzlich die leuchtende Koenigin mit ihren hervorbrechenden
Wuerdevoll und anmutig steigt die Sonne empor.
Eine Glocke laeutet. Breakfast. Wiederwilig weiche ich von dem fesselnden Anblick zurueck.
Nie wieder nicht reisen fluestere ich erleuchtet-traeumerisch wie zu mir selbst, niemals, stimmt mir Jonas an meiner Seite ehrfuerchtig zu