Hallo Ihr Lieben
vorab moechte ich mich kurz entschuldigen weniger aktiv gewesen zu sein, aber eine zukunftsbezogene Panik wie sie mich zu ereilen pflegt, wenn ich nicht genau weiss wie ich das Unvorhersehbare vorhersehen kann, ueberrante mein Wohlbefinden kurzerhand und noetigte mich jede moegliche Minute im Internet der Studienplatzorientierung zu widmen.
Entschuldigt also bitte.
Tag 6

Fruehmorgentlich wachen wir auf und geniessen den schon sich wohlig-warm aufplusternden Tag, mit seinem strahlenden wolkenlosen Sonnenscheinen, der in den fruehen Morgenstunden schon vielversprechender bezueglich Temperatur wirkt, als Kigali jemals zusagen koennte.

Vor der romatisch blau abblaetternden Holztuer waschen wir unser jeweiliges Sockenpaar aus und lassen die erste gleissende Waerme ueber unsere verzueckt grinsenden Lippen gleiten, bevor wir zum
Diani Beach aufbrechen.
Hierbei handelt es sich um den von Touristen zwar bevoelkertsten Strand, aber eben auch um den Schoensten, was nicht unbedingt in kausalem Zusammenhang stehen muss.
Dorthin gelangt man, wenn man den Matatufahrer darum bittet einen an derjenigen Stelle der Parallel zum Strand verlaufenden Strasse abzusetzen, von der aus es am bequemsten sei sich zum Strand durchzuschlagen.
wer jetzt ueber diese Darstellung der Paradiesannaeherung schmunzelt, tut dies nicht zu Unrecht, denn um das begehrte Weiss zu sehen muessen wir durch eine verlassene Hotelanlage schleichen, die von einer uns misstrauisch beaeugenden Pavian-Population behaust wird. An diesem verwunschenen Ort, an dem ich mir als Mowgli in das
Djungelbuch versetzt vorkomme, wird mir erst bewusst, wie riesig diese Tiere und wie unheimlich Proportional deren Gebisse sind.

Mit Stoecken und Steinen bewaffnet brechen wir abprupt durch die letzte Palmenreihe und schliessen einen Moment unsere Augen, geblendet vor Helligkeit und Schoenheit, als sich unsere Zehen in etwas Puderzuckerartiges krallen, was unser Verstand nur

widerwillig-ueberfordert in die Kathegorie
Sand zu stecken versucht, begleitet von seinem laecherlichen Willen altbekannte Schubladen im Kopf zu oeffnen, sich mit eventuellem Neueinbau separater Trennwaende zu behelfen, seinem Scheitern, sowie der letztendlichen Erstkonstuktion eines Strand-Schreins zur Huldigung dieses Augenblicks weit weg von bisher gekannten Kathegorien.
Selbstbewusst-dreist und herausfordernd blickt uns die paradiesische Anmut Aug in Aug, wir zucken zuerst. Vor tuerkisem Wasser und einer erfrischenden Brise, die an unserer Kleidung sachte zerrend wogt und uns leise zufluestert, wir moegen doch bleiben und uns ausruhen. Wenn wir wollten fuer immer.
Wir ueberlegten es uns fuer die kommenden Stunden. Wir vertreiben sie uns mit Staunen, Baden und gegenseitigem Versichern wie merk-wuerdig wir im wahrsten Sinne diese Zeit finden. Als die Brandung zunimmt stuerzen wir uns in das maritime Tosen und bodysurfen auf den Wellen, werden meterweit auf den Kaemmen gespuelt. Ich breite meine Arme aus und gleite dahin, ein wunderschoenes Gefuehl.
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Spaeter goennen wir uns erschoepft die letzten Minuten mit Blick auf unser Urlaubsleben. Knokking-on-heavens-door-aehnlich kippe ich laechelnd zur Seite lausche dem Rauschen, mit dem unbestimmten Gefuehl einfach
satt zu sein, so reichhaltig an Leben war der Tag und so ausgetobt fuehle ich mich, wie es sonst wohl nur Kinder von sich behaupten koenen, die uebers Wochenende von ihren Eltern im Huepfburg-Baellebad-Bereich eines Einkaufszentrums vergessen wurden, ohne dass es sie stoeren wuerde.