Dienstag, 28. Juli 2009

some facts

Für alle die vorhaben mir eventuell auch eine Sachricht zu schicken die direkt greifbar ist, manchmal ist es ja eine ganz feine Sache einmal mit dem Finger die Füllerschrift langfahren zu können, hier ist meine Anschrift in Kigali, Ruanda:

Post

Matthias Lücke
c/o DED-Weltwärts
B.P. 186
Kigali
Ruanda


Ich fliege am 06.08.09, einem Donnerstag. Ich muss am Flughafen Tegel bis 05:45 eingecheckt haben.
Meine Zeit ist jetzt zugegebenermaßen echt knapp, ich möchte alle noch mindestens einmal sehen, um mich gebührend verabschieden zu können. Da mir ziemlich viel um die Ohren flattert, kann es sein, dass ich die eine oder andere Sache vergesse, weißt mich auf alles hin, ich bin euch dankbar!

Euer Mattes

Vorbereitungsseminar

Hallo ihr lieben, die Vorbereitung für das Vorbereitungsseminar läuft auf Hochtouren. Morgen ist es soweit, dann steige ich in die Bahn, oder hoffentlich in ein Auto mit anderen Freiwilligen falls wir uns noch organisiert bekommen sollten, um runter nach Lützensommern zu fahren, ein Rittergut, der zwar abgelegen aber wunderschön sein soll.

Tag 1
Ich bin da, tatsächlich ist es hier angenehm, das Gelände ist wirklich mittelalterlich, jede landesspezifische Vorbereitungsgruppe hat ihren eigenen Raum, morgens um acht scheint es frühstück zu geben, um neun starten wir meistens alle Freiwilligen gemeinsam. Miene Truppe ist absolut klasse, wir sind nicht so viele, aber Charakterstarke junge Leute, mit denen ich schon wirklich gut zurechtkomme.

Die Anfahrt war Ereignislos, das klingt jetzt langweilig uninteressant, aber warum immer alles ironisieren, soll doch einmal an dieser Stelle angeführt werden was gut war: ich hatte keine nervigen Mitfahrgäste bei mir in keinem Abteil, weder in ihr Telefon hysterisch schreiende uv-geröstete Greise die glauben, die Entfernung zwischen sich und ihrem Gesprächspartner mit purer Lautstärke überbrücken zu müssen, noch sich und alle in ihrer Umgebung besinnungslos kreischende Säuglinge. Das einzige negativ highlight war die Bahnmitarbeiterin am Ticketschalter, die mich fragte ob ich denn (weil ich meine Bahncard 25 vergessen hatte) diese später vorzeigen möchte, jetzt also mit Ermäßigung fahren möchte. In ihr (um nicht dümmlich zu sagen) der mentalen Bescheidenheit schmeichelndes Gesicht forderte ich einer Eingebung (und einstmals negativen Erfahrungsbelehrung) folgend, was es denn kosten würde im Nachhinein. Es stellte sich heraus, dass jenes Nachzeigen 15 Euro kostet, die Ermäßigung mit der Karte hätte es mir ermöglicht zehn Euro zu sparen. Auf meine Frage hin, wann sie gedenken würde mir diese Milchmädchenrechnung zu offenbaren wurde sie wie erwartet pampig und gab mir zu verstehen dass ich sie als Kunde nicht nur bei ihrem wohlverdienten morgentlichen Dösen unterbräche, sondern vielmehr auch sich ihrer Kenntnis entziehenden Informationen wünschte.

Wie dem auch sei, jetzt bin ich hier, an einem Ort voller junger motivierter Zivis. Ich habe noch nie eine so hohe Dichte an Haar pro Kopfhautfläche an einem Ort gesehen. Auf dem Boden lag eine Tatz, die Leittitelüberschrift in etwa: Bundeswehr und Gelöbnis…ich lachte, es waren Soldaten des Wachbataillon abgebildet, ich war zugegebenermaßen etwas Schadenfroh. Da sah ich mein eigenes Gesicht. Eine echte Schocksituation. Aufnahmen aus dem letzten Jahr…

Die Folgenden Tage
Waren geprägt von Kommunikationstraining. Ich hatte mich im Eifer des kommunikativen Gefechts angesteckt an denjenigen Seminarteilnehmern, die mit einem sowieso schon angeschlagenen Immunsystem die fünfer Kombinationsimpfung sich haben verabreichen lassen um alles hinter sich zu bringen in möglichst kurzer Zeit, deren Immunsystem aber kurzerhand beim Seminar, ein Tag nach der Spritzung, zusammenbrach. Ich ging also mit Paracetamol geschluckt früh ins bett und die Mittagspause horchte ich noch zusätzlich an der Matratze um Energie zu tanken.

Die konkreten Tipps, die mich am meisten fesselten, waren diejenigen über Kommunikation. Dass die typische deutsche Form der Informationsübertragung nicht greift im Ausland, dass die rohe Substanz an purer Information zu rar ist, emotional verpackt werden muss, dass sozusagen es die Aufgabe des freiwilligen ist, die „Blackbox“ herauszufinden, in die das zu Sagende reingeworfen werden muss, darin durch ein undefinierbares Geknäul von Mentalität, Konstituierung, Erfahrung und Sozialisierung gewirbelt wird, um schließlich als diejenige Aussage ausgeworfen zu werden, die einem am Ende passt.

Der Geist soll offen sein, wie ein Fallschirm, je offener, desto sicherer landet man. Ich hatte eigentlich vermutet direkt auf meine Einsatzstelle vorbereitet zu werden, jedoch werden wir als Einzelcharaktere in unseren individuellen Kompetenzen geschult, was auch sinnvoll erscheint, denn UNS nehmen wir überall mit hin und auf die Stelle kann man sich niemals so gut vorbereiten, wie sich selbst dazu zu bringen sich sicher zu fühlen.

Die Nächste Ernüchterung war die Aussage, dass wir keine echten Freundschaften werden schließen können, dass der erste Kontakt immer schnell hergestellt werden kann, jedoch alles darüber hinaus meistens nicht möglich ist.

Unsere Pausengestaltung ist ansonsten insofern interessant, als dass ein Teilnehmer eine „Slackline“ gespannt hat und wir alle zusammen „slacken“ was eigentlich nichts anderes bedeutet, als über ein flaschenzuggespanntes Band zwischen zwei Bäumen zu balancieren. Aber diese Beschreibung ist wohl mit einer zu uncoolen Konnotation behaftet, als das man diesen Sport einfach „Balancieren“ nennen könnte, außerdem bedarf es heutzutage ja der allseits um sich greifenden Anglizismen um etwas als Interessant verkaufen zu können. So bin ich hier also temporär zum „gelegenheitsslacker“ geworden.

Nachbetrachtung:
Eine wunderbare Zeit, die ich mit wirklich tollen Leuten verbringen durfte. Man stelle sich eine art „mini-Woodstock“ vor, wobei sozial engagierte, allseits interessierte und im Thema Kommunikation äußerst fitte außnahme-Personen zusammen ein Woche verbringen. In den Pausen wird barfuß mit Gitarren in der Hand über diejenigen Inhalte von diskutiert, bei denen routinemäßig die Leute die Augen verdrehen und entweder Sachen sagen wie: „ das ist mir jetzt aber doch zu abstrakt“ oder „ jaaaa, ich weiß die Welt ist schlecht“ und nicht zu vergessen „du bist viel zu emotional und machst dir viel zu sehr einen Kopf“.
Folgendes widme ich dieser Zeit:

Wie kommts, dass mitten im Nichts
Man Jugend findet so pur
In Lützensömmern was ein Witz
Sie sich bekennt zum guten Schwur

Dort wo Ambitionen walten
Sich klare Kehlen korrekt verhalten
Kristallene Augen einander ansehn
Und im tiefen Einklang verstehn

Zum Klang der gitarre
In eifrig Wortgefecht
Ich genießend ausharre
Sind unsere Ideale gerecht

Vor Glück platzend prall
Ist unsere Stimmung
Ich in Hoffnung hell erhall
Über Erfahrungsgewinnung

Herrlich gemeinsam Zeit
Ist selten und rar
Sie uns gegen alles feit
Ich sie für immer im Herzen bewahr!

Ich bin sehr dankbar, ich habe viel gelernt undsehe gut vorbereitet und voller Vorfreude dem Jahr in Ruanda entgegen!

Dienstag, 7. Juli 2009

Italien Deutschland Afrika

Es ist soweit, der letzte Italienumfassende Blog der euch hiermit zur Verfügung steht.
Ich bin in Berlin. Seit Sonntag bin ich hier. Ihr fragt euch warum das alles so schnell ging? Ich mich auch. Vor einigen Tagen hat mir der Deutsche Entwicklungs Dienst geschrieben. Meine Stelle Wurde Bewilligt. Ich hatte mich aufgrund mehrfacher Ablehnung meiner Reisezielwünsche dafür entschlossen diejenigen Orte auf meine Präferenzliste zu setzen, die warscheinlich keiner machen will. Prompt bekam ich eine Zusage.

Am dritten August geht mein Flieger nach RUANDA. Ich werde mit Jugendlichen zusammenarbeiten und bei der Arbeitsbeschaffung, sowie bei der Zusammenarbeit von Arbeitgebern und Jungen Menschen helfen. Dieses Arbeitsnetzwerk will ausgebaut und effizient gemacht werden. Weiterhin werde ich Weiterbildungsmaßnahmen organisieren.

Da es schon so bald losgeht musste ich überhastet abreisen. Ende Juni wurde mir gesagt ich hätte für die bürokratischen Formalien noch Zeit bis einen Monat vor der Abreise, also noch drei Tage. Ich buchte also den Flug, überstürzte mich in organisatorischen Problemen und eilte Heimwerts. Das Problem war, dass ich nicht alle Unterlagen die benötigt wurden, in Italien zur Hand hatte, Gudrun jedoch nicht in Berlin war, um mir auszuhelfen.

Jetzt konnte ich einigermaßen alles regeln. Heute war ich in einem Tropeninstitut, um meine Tropentauglichkeit testen zu lassen. Ich muss jetzt noch Impfungen bekommen, alleine heute habe ich drei in den linken Arm bekommen, Tollwut (erste von drei Spritzen) Gelbfieber (wundern sie sich nicht wenn sie bis zu Handtellergroße Rötungsstellen bekommen, ihr Körper wird jetzt arbeiten müssen: o-Ton Arzt) schließlich noch Meningitis (volle Bezeichnung soll hier aus Ermangelung der Fähigkeit des Autors den gesamten Namen auch nur auszusprechen, geschweige denn zu schreiben, weggelassen werden). Ich fühle mich jetzt etwas schlapp. Ich bin sozusagen heute komplett infiziert worden. Aber lieber hier kontrolliert als dann in Afrika in irgendeiner Hauruckaktion. Als ich die ganzen Informationen und Hintergründe erfuhr, alles penibel überprüft und abgesegnet wurde, war ich doch froh nicht in irgendeinem italienischen Wartezimmer zu sitzen und nur die halbe nötige Behandlung zu bekommen, nur aus dem Grund weil ich die hälfte verstehe und die Italiener es nicht so genau halten mit den Gesundheitsvorschriften.

Die nächsten zwei Wochen stehen im Zeichen des Krafttankens und des Freundesehens, wiederholten lesens und beantwortens der letzten Mails und des Abklapperns derjenigen Verwandschaft, die Lust hat noch einen letzten Blick auf dasjenige verrückte Familienmitglied zu werfen, dass sich vorgenommen hat für ein Jahr ( in nicht mal mehr einem Monat) nach Afrika zu gehen.
An all diejenigen die jetzt das Stichwort „Ruanda“ kurz bei „Google“ eingegeben haben und als erstes die Wörter „Völkermord“ oder „Genozid“ gelesen haben, alsbald eifrig im Kopf angefangen haben eine Mail zu verfassen wie man mich denn wohl am Besten davon überzeugen könnte dieses Himmelfahrtskommando zu unterlassen, möchte ich gerne die folgenden Worte richten; Ich werde gehen. Alles was mich aufhalten kann ist eine negative Einschätzung meiner Tropentauglichkeit, oder aber meine vollkommene Inkompetenz bezüglich bürokratischer Verfahren, mit der Folge nicht ausreisen zu können weil ich irgendwelche Fristen nicht eingehalten habe.

Ich weiß aber dass ihr mir das gönnt. Es gibt nichts wichtigeres als seinen eigenen Weg zu gehen. Um einem Pärchen zu gedenken, welches ich noch im Hotel kennengelernt habe: ich werde natürlich nicht das LETZTE RISIKO eingehen. Ich werde auch nicht im harten Sinne Entwicklungshilfe betreiben müssen, ich werde in keine Gefechte gezogen außer denjenigen des alltäglichen Überlebenskampfes junger Menschen ohne Perspektive und Ausbildung. Es ist genau diejenige Art von Arbeit die ich anbieten kann. Ohne Geld zu spenden ist es dennoch das HUMAN-Kapital, das an diesen Stellen sogar noch wertvoller wiegt als jeder Euro in der Hand. Da wo ein Schulheft voller Informationen und Wissen effektiver ist als ein Sturmgewehr, da möchte ich hin, da werde ich hin gehen, da muss ich sein.

Dienstag, 30. Juni 2009

DIe Wahrheit liegt dazwischen

Und der Traum geht so:

Ich laufe meinen typisch italienischen Arbeitsweg, eine unwirkliche Landschaft mit mir feindlich gesinnten Disteln; Gras umfasst, umstreicht meine Beine; ebenso wie die Katzen, die mich belauernd mustern und mich mit engen Sehschlitzen und voller Misstrauen beäugen. Meine Umwelt ist feindlich, aggressiv. Der ganzen Szenerie wird fürderhin noch ein apokalyptischer Touch durch qualmende und brennende Rasenflächen verleiht, die alles in einen unwirklichen gräulich-blauen Schleier hüllen. Der Himmel blutet und ergießt sich in einem brutalen orange-rot, dass noch von krassem rosa durchtränkt wird. Die Luft ist heiß, schon in der früh, sie ist feucht und schwer, wie ein dicker Mantel umschließt sie die Schultern und schnürt einem die Kehle zu. Man spürt den Kloß im Hals, kann ihn nicht runterschlucken, man fängt an zu laufen und stolpert über die eigenen Vorstellungen und Hoffnungen, stürzt und bleibt vom Selbstzweifel erbarmungslos niedergedrückt auf dem Boden liegen, zieht den ganzen Körper unfreiwillig wie sein Gesicht nach einem Biss in eine Zitrone zusammen. Wie in eine biblische Situation gestellt sehe ich mich in die Hauptrolle des bestraften Märtyrers gepresst, der sich mit vor Angst und Schreck geweiteten Augen erst verblüfft, dann die Bestrafung erkennend, die Umwelt annehmend sich selbst mustert. Über sein Gesicht geschrieben steht der Ausdruck: Warum? Auf den Rücken gedreht verschwimmt die Sicht langsam in einem Farbgemisch, überwältigende Gefühlswelten reißen einen rückwärts in einen nicht enden wollenden Abgrund, man fällt mit dem Kopf zuerst in einen dunklen schwülen Tunnel und wartet auf den Aufprall der Desillusionierung.

Mit dem Aufprall reißt der Traum ab, es folgt der diametral gegenübergestellte, wie der zweite Gegenpol, beide als Symbol für die Einheit, ausgedrückt in Diversität:

Ich liege auf einem Felsen, Stille um mich herum, mein Titanenschicksal jedoch das des Glücklichen, an die sandfarbene, von der Sonne gewärmte, Steinformation bin ich nur durch mein Lächeln, das Geräusch der Brandung gekettet, freiwillig Einsam, und die Flugtiere hacken nicht meine Leber sondern rufen ihren klaren, glockenhellen Ruf der Freiheit. Das Gesicht ist partiell von Blätterschatten umspielt, das Rauschen tausender lachender Naturformen erklingt, umspielt die Sinne, man fühlt sein Kinn gütig vom Lauwarmen Wind gestreichelt. Man richtet sich auf. In einem göttlichen Gleißen leuchtet die Landschaft auf, im Mund formt sich das Wort „ ja“ man kommt nicht umhin das Leben zu bejahen, ganz und gar im Moment zu sein, tief einzuatmen und zu bemerken wie sich ganz von selbst ein Lächeln auf die Lippen gesetzt hat. Auf brauner Haut schimmert und glitzert Salz auf blonden Härchen, Entspannung liegt knisternd in der Luft, sie ist so vollkommen, dass man Herzklopfen bekommt, aufregendes Wohlgefühl, die Atmosphäre ist förmlich fühlbar, greifbar, einverleibbar, man möchte den ganzen Augeblick in einer großen Umarmung umschließen und wie einen güldenen Kelch an die Lippen führen um das pure Glück mit vor Wonne geschlossenen Augen zu schlürfen, um den wohlschmeckendsten Nektar des Lebens mit sich zu vereinen. Die Arme in der Luft jubelt man der Existenz zu und verschmilzt mit der Zeit selbst, wird ganz und gar teil des Ganzen, löst sich wie Salz in im Ozean des Lebens auf.

Mittwoch, 24. Juni 2009

allerlei

Als Animateur hat man einen vierundzwanzigstunden Job. Wenn wie letztens eine Touristin umkippt, nach der Arbeitszeit, gerade wenn man aus dem Hotel laufen will, man hat ja schließlich frei, da heißt es- fahren sie bitte mit ins Krankenhaus. Sie sah bleich aus, ihr ging es nicht gut. Das komische an der Sache ist, dass gerade in solchen Situationen die Leute nicht rational denken. Nur weil man ein T-shirt in einer einheitlichen Farbe trägt, ist man augenscheinlich kompetent in allen Bereichen des Lebens. Es wurde also eine Diagnose erwartet. Das wichtigste in solchen Situationen ist genau dieses Klischee zu bedienen, zu versuchen die richtigen Fragen zu stellen, sodass es rüberkommt als hätte man Ahnung. Kompetentes Auftreten bei totaler Ahnungslosigkeit. Menschen in extremen Situationen werden auch unerwartet gesprächig und anhänglich. Als wir dann im Taxi saßen, stellte ich zur Ablenkung, Beschäftigung und Zeitüberbrückung allerlei fragen, die mir auch gerne und ausführlich beantwortet wurden. Eine Halbe Lebensgeschichte kann schon mal innerhalb einer viertelstündigen Autofahrt abgerissen werden.
Andererseits ist man selbst auch sehr nervös, ich hatte im Hotel noch etwas getrunken und im Krankenhaus stehend merkte ich, dass ich den Plastikbecher, nun völlig zerdrückt und zerwrungen, immer noch in der Hand hielt. Wir kamen gerade von der Bühne, ich hatte noch mein Kostüm von Grease an, eine Lederjacke und eine völlig übertrieben gestylte Tolle von „Danny“. Kathi wurde in ein Lederoutfit gepresst, in dem sie sich unglaublich unwohl fühlt, was sie im Eifer des Gefechts aber nicht mehr ablegen konnte. So standen wir dann zwischen Ärzten in grün. Als ich dann eingeklemmt unter zwanzig Personen in der Notaufnahme saß, überfiel mich plötzlich die Müdigkeit und die Erschöpfung. Es stellte sich zum Glück heraus, dass die Menschenmassen komplett das italienische Klischee bedienen und davon nur drei verletzt waren, die anderen waren besorgte Familie, die jeweils mit mindestens zwei familiy-vans rangekarrt worden waren. Ich schnappte frische Luft um mir das Privileg zuteil werden zu lassen einen Blick in einen Landestypischen Krankenwagen werfen zu können. Innen versuchte gerade ein Rettungssanitäter verzweifelt irgendeinen Lebensrettenden Gegenstand hinter einer Ablage hervorzuziehen. Mir wurde schlecht.

Genauso wie bei meiner vorletzten Fahrradtour. Wir waren nur drei Personen, alles lief bis zur letzten Geraden super, da hörte ich es hinter mir auf einmal krachen. Das worse-case szenario war eingetreten, der Gast war gestürzt. Er hatte eine Platzwunde am Kopf, aber glücklicherweise einen Helm getragen, der war genau an der Schläfenstelle zerdrückt. Er wusste nicht einmal mehr, dass er gestürzt war. Ich hatte nichts dabei, kein Handy, kein Verbandszeug, rein gar nichts. Er hatte Abschürfungen und zitterte, bestand aber darauf, dass es ihm gut ginge. Ich fuhr vor und lies den Doktor kommen. Ich lief in die Rezeption, voller Blut (seins) und versuchte mit gebrochenem Italienisch und völlig aufgebracht zu erklären was ich will. Ich wollte eigentlich nur noch weg, aber das sagte ich DENEN natürlich nicht.

Bei meiner letzten Tour eine tolle Situation für einen Guide: wir fahren auf der Straße, ich sage noch „ gucken sie mal links, da sind Schafe“ und oute mich als das größte von ihnen, denn auf einmal schießen drei Hunde aus dem Tor genau auf meine Gäste zu. Simultan kommen frontal Autos mit italienischem Tempo und Fahrstil auf uns zu. In meinem Kopf spielen sich alle Möglichkeiten von GAUs ab.
Erstens: Überfahrene Touristen und ein mich anschreiender Italiener während mir ein Hund an der Gurgel hängt.
Zweitens: Gebissene Gäste, danach überfahren, ich verzweifelt mir as Leben nehmend im Anschluss.
Die einzige Möglichkeit war die tatsächlich eingetretene: die Hunde wurden kurz bevor sie die Opfer ansprangen, angefahren. Ich hörte einen dumpfen Schlag und jaulen, doch der Hnud rannte gleich wieder davon, es war anscheinend nichts passiert.

Mein Bein heilt gerade wieder. Es hatte sich entzündet, besser gesagt die Wunde, mir hatte der Doktor Cortisol direkt hineingesprizt, musste jetzt Antibiotika nehmen, durfte nicht ins Meer- oder Poolwasser, wurde auch erstmal von den Strandaktivitäten verbannt. Jetzt bin ich so gut wie wieder topfit.

Dienstag, 9. Juni 2009

Monsterblog

Hallo ihr lieben. Anschnallen, Poppkorn im Anschlag und entspannen, denn jetzt kommt der geballte Monsterblog für euch! Nein, es geht nicht um Volleyball, auch wenn ich natürlich erwähnt gewusst haben will, dass unsere Arbeit halb unter Palmen am Strand, mit der Bar, samt uns wohlgesonnenem Personal nicht unfern, natürlich einige Vorzüge bietet, wie eben auch das Spielen im Sand von Volleyball.

Das liebe Internet. Manchmal komme ich mir hier in Italien wie in einem Dritte-Welt-Land vor, das macht aber nichts, immerhin habe ich eine gute Vorbereitung mit der Wahl nach Italien zu gehen, getroffen. Es tat mir richtig weh euch nicht erreichen zu können, das könnt ihr mir glauben!

Mittlerweile bin ich ziemlich vollständig für die Fahrradtouren zuständig, ich merke aber auch wie immer mehr meine Kondition beim Radeln steigt. Nach wie vor aber immer noch ein Phänomen: die wahre Powergeneration sind nicht diejenigen meines alters, sondern die pensionierten Powerrentner. Wenn ich am Anfang der Touren noch in mich hineingrinsend denke, dass ich Kraft meiner Jugend und mit genügend Adrenalin-Testosteron-Gemisch davonziehen werde, schon erwähnte Generation staunend meinen Rücken betrachten lassen werde, dann enttäusche ich mich stets aufs neue. Denn schon an der ersten Steigung schießen auf einmal an mir mörderisch durchtrainierte vom Leben gezeichnete und unglaubliche ausdauernde Waden an mir vorbei und lassen mich „Jungspund“ alt aussehen. Älter als sie. Wenn man sich den Berg raufquält, frage man sich stets aufs Neue warum ich mir das antue, aber wenn ich dann die Abfahrt runterschieße fällt es mir wieder ein. Ich rase durch die unterschiedlichen Luftbereiche, mal drückend-schwül, mal frisch und windig, dann blumig-lieblich, das ganze im schnellen Wechsel, sodass ich mir wie ein bereifter Jean-Baptiste auf Speed vorkomme.

Italienisch verstehe ich mittlerweile besser. Da Stephen und ich bald schon zwei Monate hier sind, lernt man einiges. Am Anfang war es sinnfreies Geblubber, aber mittlerweile lassen sich einzelne Worte in den willkürlich aufsteigenden Gesprächs-Seifenblasen erkennen, die Farben ergeben Sinn und ganz vorsichtig nimmt man selbst den Puster in die Hand um in einem Versuch von Verbal-Ästhetik seinem gegenüber nur das Seifenwasser in die Augen zu spucken. Aber hey, man muss sprechen und nicht Angst haben ausgelacht zu werden, ansonsten lernt man nichts. Der Preis für die ersten Sätze Italienisch waren minutenlanges Gelächter mit Tränen in den Augen meines italienischen Gegenübers.

Im Team hatten wir Stress. Um ehrlich zu sein glaube ich, dass es mitunter an der harten täglichen Konfrontation der Mentalitäten liegt. Wenn die Italiener laut werden und mit ihrem gesamten extrovertierten Habitus loslegen, fühlen wir uns oft angegriffen und niedergemacht. Dieses Völkchen hat, so wie mir scheint, auch das dramatiche aus-der-Tür-gehen-wenn-alle-hinterherschreien erfunden. Das ist jetzt schon einige male passiert und man fragt sich echt ob man diesen spätpubertären Echtzeitdramatikern nicht mal einen Kurs zum Thema Verhaltensregeln bei Kommunikation im Team geben sollte.

Wir haben im Moment einen etwas harten Stand. Unser Vorgesetzter hat zu viel zu tun um sich um uns zu kümmern, er muss nämlich gaaanz aufwendige in einem anderen Hotel Candel light dinner vorbereiten, während unser Hoteldirektor Ammok läuft und uns droht bei jedem einzelnen Fehler aus dem Hotel zu schmeißen, der Psychodruck ist zeitweise etwas hoch. Einmal in der Woche wird anhand von Fragebögen, die unsere Hotelgäste ausfüllen, ein Ranking erstellt, also eine Bewertung der einzelnen Bereiche in diesem Ferienort kreiert. Eine Rubrik ist dabei „Animation“. Das Problem ist, dass der Direktor selbst die Auswertung der Zettel vornimmt und wir seit über zwei Wochen nun offiziell nicht gut genug sind, obwohl uns Gäste ganz gezielt ansprechen, dass sie sehr zufrieden sind und gerade auch das Konzept unseres Teams überaus schätzen. Die Person die uns pressiert nimmt also die „objektive“ Bewertung von uns vor und das bei einer Situation wo er uns nicht schätzt. Wir werden als das notwendige Hotelübel angesehen. Nach dem Motto: Animation hat man, spricht aber nicht drüber, als wären wir etwas unanständiges, das man Bewusst verdrängt, weil unheilbar.

Super interessant anzuschauen: ein Hierarchiexperiment. Wie sieht das aus? Ganz einfach. Man nehme eine liebe, leider aber in Sachen Menschenführung unerfahrene Junge Frau aus der Mitte eines Teams, mache sie zum Teamleiter in einem Land fremder Sprache und eines Teams internationaler Herkünfte (auch Macho-Italiener), Bemerke positiv, dass sie bereit ist einhundertzehn Prozent zu arbeiten und gebe ihr dennoch im Laufe von drei Wochen zu wenig Entscheidungsgewalt und entziehe ihr beinah täglich Kompetenzen, sodass sie nach gar nicht allzu langer Zeit gereizt, fahrig, übermüdet, überfordert, ungeduldig und wankelmütig wird. Man beobachte eine Weile. Man siehe den Tag vorher, an dem sie explodieren wird, indem man die relative Anzahl der Flüche im Arbeitsalltag mit der Absoluten Wachstumsrate der Augenringe in Zentimeterumfang multipliziere und gehe rechtzeitig in Deckung.

Wir sind eben doch alle sehr jung und unerfahren und wenn man den ganzen Tag zusammen verbringt, benah 24 Stunden, gerät man auch mit den Köpfen aneinander. Wann fängt das Privatleben an? Ab welchen Momenten hat man nur ein professionell Arbeitsverhältnis? Macht man das an der Tageszeit, an der Laune fest? Da ist man sich nicht immer so einig und wenn man dann scherzend auf einmal seinen einst Teamkollegen, jetzt vorgesetzten vor sich zu stehen hat, der sich in seiner Autorität angegriffen fühlt, hat man ein Problem.

Das haben wir uns jetzt eine Weile angeguckt. Kathi hat volle Power gegeben, sich ohne Ende reingekniet und nichts zurückbekommen. Eine Erfahrung die Stephen und ich im Rahmen unseres äußerst sinnfreien Bundeswehrjahres gemacht haben, war, dass man unter Umständen „ökonomisch“ arbeiten muss. Sie versuchte unseren Vorgesetzten zu erreichen, wir baten um Beistand. Nichts. Vodafonemailboxbandfrauenstimmen waren das Einzige was wir zu hören bekamen. Kathi machte weiter. Dann das unvermeidliche, sie brach. Und interessanterweise musste sie die Erfahrung selber erst machen. Ich hatte ihr vorher natürlich vorsichtig versucht dieses Denken näher zu bringen ohne als Arbeitsverweigerer dazustehen. Ich fühlte mich an Hesse erinnert, „ denn wahrlich, Erfahrungen müssen tief selbst erfahren werden, die Erfahrungen der Anderen sind subjektiv nichts Wert“ (so in etwa).

Wir entschieden uns für den Umschwung auf gemäßigteres Arbeiten, die Kämpfer auf verlorenem Posten. Tatsächlich kann man es so nennen, denn von allen Hotels die als Kette zusammenhängen sind wir sozusagen das vernachlässigte und ausgestoßene Kind der vergessene Außenposten hinter feindlichen Linien. An diesem Abend ist spontan im Rausche des emotionalen Festes folgender Text entstanden:

Gefühl der Auflehnung
Euphorie des Verbotenen
Vorgeschmack der Sünde
Wir beißen in den Apfel Garten Edens und spucken den Bissen der Schlange ins Gesicht, reißen Lachend die goldenen Pforten ein und werfen unsere Jungfräulichkeit vor Begierde zitternd über Bord.

Das Beste war der Italiener, der möchtegernkompetente Vorgesetzte, der natürlich irgendwann mit drei Wochen Verspätung eintrudelte. Da wir uns aber entschlossen hatten als Team alles zu wuppen (grüße an Guddi), hatten wir ihn nach wochenlangem flehen auf einmal überrascht, denn wir behaupteten stur es gäbe keine Probleme. Da offenbarte er auch einem von uns ernsthaft, dass er sich nicht hergetraut hätte, der laute fesche Italiener der, er hätte Angst gehabt wir würden alle einfach gehen wollen. Kompetent wie er ist entschied er sich für einen Verantwortlichen natürlich vorbildlich: abrakadabra- wegbinich. Danke noch mal an der Stelle.

Ich habe echt gute Laune, die Sonne scheint, die Gäste sind nett, man bekommt von einigen Seiten her für die harte Arbeit auch aufrichtige Anerkennung, ich mag unsere neuen Teammitglieder sehr gerne, mit Samo lache und scherze ich viel, auch bei hoher Belastung sagt er mir am Tag danach er hasse meine freien Tage. Da ich ihn bei seiner ersten Mountainbiketour fast verloren hätte nennen wir ihn liebevoll „Sumo“ oder optional auch „Slomo“, kurz für „Slowmotion“, Zeitlupe also. Jetzt haben wir ja auch zwei neue Mädels, die auch was Sprachen angeht fit sind. Da wir im Team überwiegend nicht-deutsch sind profitieren wir sprachlich natürlich mehr als wir das im Garden Resort getan hätten, wo wir „little Germany“ mitten in Kalabrien hatten.

Wir hatten unsere Premiere für Queen! Was für ein Gefühl. Die ganze Disko, unser Austragungsort, war rappelvoll, die Zuschauer standen teilweise. Auch hinter den Scheiben, drängten sie sich in den Raum und waren voller Energie. Dieses Gefühl, wenn die Zuschauerschaft mitsingt, sich mitwiegt und voller Energie ist, ist unbeschreiblich. Ich habe mich komplett durchgeschwitzt, Adrenalin, Aufregung und das einmalige Gefühl eines neuen Lebensabschnittes stiegen geballt in mir auf und wurden als Lachen und Performance freigelassen! Schminke, Kostüme, der gemeinsame Schlachtruf unmittelbar vorm Betreten der Bühne, das sind alles Dinge, die man erleben muss, weil sie pure Lebenserfahrung sind.
Dafür bin ich hergekommen.

Mittlerweile habe ich schon die eine oder andere Show mitgemacht und es ist unglaublich wie man an sich selbst die Unterschiede bezüglich Aufregung feststellen kann. Man geht mit jedem Auftritt mit etwas mehr Routine auf die Bühne, wird etwas mehr abgebrüht. Das ist aber nichts schlechtes, man traut sich auch automatisch immer mehr. Man Überreibt Bühnentypisch Gestik und Mimik, improvisiert in den passenden Momenten und lässt sich weniger anmerken, wenn man Fehler macht. Improvisation ist zudem eine Quelle für spätere Auftritte, wenn man spontan etwas macht, was einem gefällt, baut man es danach ganz bewusst ein, sogar so, als würde man gerade improvisiert haben.

Ich lerne Unordnung im Chaotischen Italien. Aber den Höhepunkt bildete vorerst eine Begegnung kreatürlicher Art. Während ich mit der Nase auf dem Boden meine Übungen mache, sticht mir ein komisches Ding in die Augen. Es fängt mit „kaker-„ an und endet mit „lake“. Stephen hatte sie in unserem Zimmer geplättet. Da war ich ebenso geplättet. Und jeder reagiert bei so was unterschiedlich, ich fand es gar nicht so schlimm, ich wurde allerdings von unserem Appartementpartner an Entspannung noch übertroffen. Originalton von Samo aus Brattislava: Nur eine? Langweilig.

Seit neustem Kämpfe ich mit Krämpfen, die mich aus dem Schlaf reißen lassen, so wie auch die superweichen Matratzen, in denen man so sehr einsinkt, das die Stirn beinah die Knie berührt, die Mücken die einen erbarmungslos mit Summen und Stichen penetrieren, der Nachbar der am einzigen freien tag bei einer Wanddicke von einem gefühlten halben kleinen Finger anfängt seine Saxophonübungen durchzuführen, die fahrenden Händler, die mit Mikrophon zu menschenunmöglichen Zeiten ihre Wahre anpreisen, die niemals so gut sein kann, um dieses Spektakel zu rechtfertigen, oder die Routine, die einen hochschrecken lässt.

Eine neue Frisur musste her. Wann und wo wenn nicht hier, die Gäste sehen mich nur eine Woche, maximal zwei und getreu meiner neusten positiven Erfahrung (einfach machen, man bereut im Nachhinein immer das was man nicht gewagt hat, nicht das, zu dem man sich getraut hat) sehe ich etwas anders als sonst aus. Die Seiten habe ich ganz kurz, oben länger, Seitenscheitel, vorne Locken. Meinen Mut muss ich fairerweise etwas rationalisieren. Ich habe der italienischen Friseurin kraft meines unzulänglichen Sprachvermögens wohl nicht ganz die Feinheiten vermitteln können, die mir die deutsche Sprache offeriert hätte, mein Haarwunsch muss übersetzt so viel Spielraum geboten haben wie: Seite Kurz, Rest weiß noch nicht“ ZzZzrrrgzzr machte es und ich realisierte, dass sie an meiner Seite mit dem kleinsten Aufsatz in einerunglaublichen Geschwindigkeit ( in etwa derjenigen, mit der sich eine komplett neue Axe-Deoflasche in einer WG offen rumstehend verflüchtigt) durch meine Wolle geschossen war. Soviel zum Thema: ich habe mich bewusst entschieden…
Während ich hier sitze trage ich die Haare zentriert in der Mitte und die schminke um die Augen von der gestrigen Queen-Schau, sehe also wie ein Cherokee-Indianer aus.

Das Verb „Flanieren“ kommt aus dem Italienischen und soll in einer kurzen Erläuterung erklärt werden, die genaue Funktion, der Ablauf schnell entworfen werden. Man betrachte objektiv als Außenstehender.
Zwei Gruppen von Italienern bewegen sich, vorzugsweise am Strand oder an der Promenade, aufeinander zu. Verschiedene Möglichkeiten der ersten Kontaktaufnahme offenbaren sich. Je nach Grad der Flirtbereitschaft wird der Erstkontakt schon sehr früh aufgenommen. Das „Ciao“ kommt umso früher, je länger man sich die Zeit des Redens-beim-Vorrübergehen gönnt. Auch beliebt, die bis-zum-letzten-moment-warten Taktik, bei der in dem letzten Bruchteil einer Sekunde, kurz bevor das Objekt der flüchtigen Begierde aus dem Peripherblick verschwindet, der Kopf ruckartig rumgerissen wird, um eine ultraschnelle Erstevaluation durchzuführen, die dann im italienischen ja-nein Verfahren das weitere Vorgehen bestimmt. Denn ganz offenbar haben meine derzeitigen Landsleute die primärste Form des Flirtens entworfen. ER will immer, seine Bereitschaft wird durch unverhohlene Ganzkörpermusterung signalisiert, die Entscheidungsgewalt der Partnerwahl wird somit allerdings komplett in die Hand der Weibchen gelegt. SIE kann sich des eins-null Systems bedienen, Null, also „Nein“ ist in der konkreten Umsetzung das komplette Ignorieren des Gegenübers, eins, demnach „Ja“ ist interessanterweise nicht viel mehr als ein flüchtiger Blick, in seltenen Fällen auch in Kombination mit einem Lächeln unter sozialen Beobachtern gesehen worden, in solchen Momenten dürfen sich die Männchen besonders große Hoffnungen machen, doch Obacht, diese dürfen sich nicht immer ihres Erfolges bei der Partnerfindung in solch einem frühen Stadium gewiss sein, denn es gibt die gewiefte Form der Ego-Pusherin unter den Flaniererinnen. Gerät man in die Fänge einer solchen hat man verloren.
Fortsetzung folgt, die Studie ist im vollen Gang…

Dieser bedankt sich mit einem lauten Kriegsheuler bei euch für eure halbe Stunde Aufmerksamkeit, Kommentare schickt am besten an meine Adresse hier:

Matthias Lücke Animation
Hotel sunbeach resort
Via Lungomare 1
88069 Squillace Lido
Catanzaro

Mittwoch, 20. Mai 2009

einmal mehr

wie ihr ja gemerkt habt haben wir im Moment viel um die Ohren. Unser sechzehn stunden Tag drückt etwas auf die Glieder. Morgens um neun fangen wir an, arbeiten bis halb eins, essen schnell eine halbe Stunde, haben ein Meeting und Proben dann für die Show, die wir diesen Freitag zum ersten Mal aufführen müssen. Im Moment lerne ich den ganzen Tag noch nebenher den Text, den ich singen muss, also mit mp3 player im Bett vorm einschlafen (auch beim einschlafen, bin aufgewacht und hatte immer noch die Stöpsel im Ohr und einen Abdruck in Ipod-Form im Gesicht) auf der Toilette und auf dem Weg zum Hotel.
Aber als großen Ausgleich hatte ich gestern einmal mehr frei, der tag war auch prompt der Hammer, den Freunde von uns, Laura und Lena haben sich einfach einen Mietwagen genommen um hier auf der anderen Seite Kalabriens mit mir den freien Tag zu verbringen, also waren wir zur Abwechslung mal mobil! ;)
Natürlich sind wir direkt an den Strand gefahren, haben das gemacht was wir sonst den ganzen Tag am Hotel sehen, nämlich gedöst, Kekse gemampft und gelesen.
Abends musste ich noch mal ran um die Sketcheshow zu unterstützen, jetzt wo wir mehr Leute sind, machen wir auch nicht mehr alle so viele Rollen gleichzeitig, heißt nicht mehr ganz so hektisches Umziehen hinter der Bühne, was Stephen und ich uns allerdings rausgenommen haben, war, dass wir Rollen tauschen, sodass man unterschiedliche Charaktere spielen lernt.
wegen des Tanzens habe ich etwas Probleme, den ich bin vorgestern Nacht mit voller Kraft in die dunkle Disko gerannt, habe im Halbdunkel den Schienbeinhohen Tisch übersehen und promt eine ähnlich dramatische und nicht endenwollende Zusammenfürung von Holz und Fleisch erlebt, wie wenn seit Jahren getrennte Familienmitglieder sich heulend in die Arme fallen. Der einzige, der geheult hat, war aber ich. Und zwar nicht aus Freude.
Um diesen Blog abzurunden und der allgemeinen Erwartung gerecht zu werden euren Alltag etwas aufzufrischen, hier noch ein kleiner kreativer Abschluss:

In Italien arbeitet sichs fein
gearbeitet wird hart und geteilt
man schläft auch schon mal ein
betrachtet die Andern gelangweilt

Ich im Infopoint sitz
Handtücher sind mein Metier
mentale Anforderung ein Witz
Ich Tourismus nun kapier:

manche reisen in die Ferne
um zu meckern mit Inbrunst
man meint sie tun es gerne
es ist der deutschen kunst

all inclusive zwar wunderbar
aber mäkeln hier, motzen da
trinken auch nicht zu rar
sitzen nörgelnd an der Bar